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Jahresrückblick und Vorschau für alle Bürgerinnen und Bürger

Titelbild Jahresrückblick für das Jahr 2020 - Vorschau

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

Wie geht es Ihnen? Haben Ihre Familie und Ihre Stadt Corona bisher unbeschadet überstanden; sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich? Gibt es denn neue, spannende Themen, die in ihrer Stadt in kommender Zeit verwirklicht werden sollen?

Diese Fragen stellte mir in der ersten Jahreshälfte eine Geschäftspartnerin, wo in Bezug auf die Corona-Pandemie nicht der Erkenntnisstand vorhanden war, über den wir zum heutigen Zeitpunkt verfügen.

Für mich persönlich war die zurückliegende Zeit mit eine der intensivsten in meiner bisherigen Tätigkeit als Bürgermeister unserer Stadt. Es war eine Periode neuer Impulse und getroffener Vorbereitungen für die kommenden Jahre.

In den Monaten Februar und März wurden in weiser Voraussicht die wichtigsten Beschlüsse mit dem Stadtrat gefasst, um laufende und zukünftige Projekte zu ermöglichen, bevor uns Haushaltssperren, finanzielle Engpässe durch fehlende Steuereinnahmen oder sonstige Probleme einholen konnten.

Aktuell wird über das Programm „Vitale Dorfkerne“ ein komplett neues Multifunktionsgebäude an der Grundschule im OT Friedersdorf gebaut. Bisher mussten die Schüler mit dem Schulbus zum Sportunterricht in die ca. 2 km entfernte Turnhalle gefahren werden. An diesem neu geschaffenen Standort neben der Grundschule ist für die Wissensvermittlung und sportliche Ertüchtigung unserer Kinder vieles möglich.

Gerade jetzt – zum Ende des Jahres - möchte ich den Lehrerinnen und Eltern für das entgegengebrachte Verständnis während der Umbauphase des Gebäudes danken. Es wird mit der endgültigen Fertigstellung einen Tag der offenen Tür geben, an dem sich alle Besucher selbst ein Bild vor Ort verschaffen können.

Komplett umgebaut wurde und wird unsere Turn- und Festhalle. Für Schüler und Vereine sind jetzt optimale Sportbedingungen geschaffen worden, die sicher vorher bereits gut waren, jetzt aber Oberklasseniveau bieten. Als Beispiele seien der frühere Vereinsraum, die neuen Umkleideräume für Schüler und Vereine und die neu geschaffenen Sicherheitsstandards wie z.B. Prallschutzwände im gesamten Hallen- und Bühnenbereich genannt.

Auch hier gilt mein Dank allen Lehrern, Schülern und Vereinen für die Geduld während dieser sehr langen Umbauphase.

Gerade während der Bauarbeiten sind wir in der Turn- und Festhalle auf Fehler der Vergangenheit gestoßen, die zu erheblichen Verzögerungen im Umbauzeitraum und Erhöhung der geplanten Kosten beitrugen.

Hier bin ich der Weitsicht unseres Stadtrates sehr dankbar, der sich in dieser Phase selbst ein Bild vor Ort gemacht hatte und die zusätzlichen Ausgaben bewilligte. Das Ergebnis kann sich jetzt schon mehr als sehen lassen.

Durch die kompletten Veränderungen planen wir auch für die Festhalle einen Tag der offenen Tür. Der genaue Termin wird Ihnen über das Amtsblatt, die Webseite der Stadt bzw. über die Presse bekannt gegeben.

An unserer Turnhalle in Friedersdorf entsteht aktuell über das Kleinere Dorf- und Städteprogramm (KSP) ein neuer Sportstättenbereich für alle Vereine mit Kunstrasenplatz, Volleyball- und Basketballfläche. Zusätzlich werden neue PKW-Stellplätze oberhalb des Volleyball- und Basketballplatzes errichtet. Des Weiteren wird das bestehende Dach der Turnhalle komplett instandgesetzt. Die Offenlegung des Daches zeigte uns erhebliche Mängel auf, die diese Maßnahme in jeder Hinsicht rechtfertigte. Geplant waren anfangs nur vereinzelte Reparaturen an sichtbaren Stellen.

Aktuell laufen die Vorbereitungen, um im kommenden Jahr diesen neuen Sport- und Freizeitbereich mit einem würdigen Auftakt einzuweihen. Es tauchte in diesem Zusammenhang die Frage auf, wo zukünftig Fahrzeuge abgestellt werden können. Es soll vorerst weiterhin der umlaufende Straßenverlauf als Stellfläche genutzt werden - natürlich mit entsprechender Ausschilderung und Kennzeichnung der dafür vorgesehen Flächen. Zusätzlich soll jedoch in den kommenden Jahren die gegenüberliegende Rasenfläche (wurde bereits von der Stadt erworben) als Parkfläche für Fahrzeuge umgebaut werden.

Das Programm zur touristischen Infrastruktur läuft auf Hochtouren. Neue Rastplätze für Radfahrer und Touristen mit E-Bike Ladestationen entstehen über das gesamte Stadtbild verteilt. Bereits im Jahr 2019 wurden die Radwege nach Beiersdorf und der Weg vom Wildgehege zum Wanderparkplatz gebaut. Komplett neu gestaltete Aufenthaltsbereiche wurden im letzten und diesem Jahr geschaffen. Gerade die neuen Halte- und Rastpunkte werden jetzt schon von Gästen - egal ob Radfahrer oder Wanderer - intensiv genutzt. Als Teil des Projektes sind in den kommenden Monaten ein neues Leitsystem zu den wichtigsten Ausflugszielen innerhalb unserer Kommune und die Umgestaltung des Sitzflächenbereiches an der Platane des Obermarktes geplant.

Im nächsten Jahr beginnt der behindertengerechte Umbau des Rathauses über die Leader-Förderung. Geplant ist die Umgestaltung als freundliches Begegnungszentrum mit moderner Ausstattung (neuer Ratssaal und Festsaal). Über die sich dann damit ergebenden Einschränkungen informieren wir Sie zeitnah.

Ebenso gestalten wir die Webseite unserer Stadt komplett neu und verpassen diesem Eingangsportal einen zeitgemäßen Auftritt.

Im Dezember 2019 haben wir als Kommune den Bahnhof erworben, welcher mit dem dazugehörenden Umfeld innerhalb der nächsten Jahre zu etwas Vorzeigbarem umgestaltet werden soll. Wir zeigen damit auf, was in so einem Gebäude für ein Potential stecken kann und schaffen komplett neue Anbindungen für Bus- und Bahnverkehr.

Um zeitlich keine zu hohen Erwartungen bei Ihnen zu wecken - nach Aussage der Bahn wird sich allein die Planungsphase für den neuen Bahnsteig und den Übergang zur neu geplanten Bushaltestelle bis zum Jahr 2022 hinziehen. Diese Rückmeldung ging bei uns in den letzten Tagen ein.

Der Tag der offenen Tür im September und das durchgeführte Konzert im Rahmen der Konzertreihe „Musik an unerhörten Orten“ war unabhängig davon ein würdiger Start für die kommenden Umgestaltungsmaßnahmen. Besonderen Stellenwert bekommt das Gebäude in den kommenden Jahren durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Dresden nach Zittau.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beseitigung bestehender „Schandflecke“ in unserem Ortsbild. Zum einen ist dies das Objekt Bautzener Straße 1 und die Ruine am Taubenheimer Weg (Übernahme der Stadt aus dem Besitz des Freistaates). Diese sollen in den kommenden Monaten abgerissen werden.

Das gerade im Bereich „verfallene Objekte“ weitere Handlungsfelder sichtbar werden, bemerkt jeder der mit offenem Blick durch den Ort geht. Wir sind als Kommune mit den aktuellen Besitzern im Gespräch und versuchen für unsere Stadt vernünftige Lösungen zu erzielen.

Ziel ist in erster Linie, den Objektinhabern mögliche Förderungen für die Neugestaltung der Häuser und Flächen aufzuzeigen bzw. wenn eine Renovierung auf Grund des Bauzustandes nicht mehr möglich ist, Gelder für einen Rückbau über bestehende Förderprogramme bereitzustellen. Die letzte Variante ist der mögliche Rückkauf von Objekten von den Besitzern (wenn vorhanden) durch die Kommune, um deren Abriss oder Umgestaltung zu ermöglichen (Beispiele sind hier die Bautzener Straße 1 und der Bahnhof). Ortsbildprägende Gebäude wie der Bahnhof unserer Stadt haben hier einen besonderen Stellenwert.

Ich sehe diesen Schritt aber als letzten in der genannten Reihenfolge. Der Besitz von Eigentum ist nicht nur Recht, sondern auch Verpflichtung. Von meiner Seite her gibt es kein Verständnis für Besitzer, die Objekte als Spekulationsobjekt erwerben, nichts zum Erhalt tun und mit dem Verfall zur Verschandlung des kommunalen Bildes beitragen. Diesen Besitzern enorme Summen für den Abverkauf zu geben ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Gerade der Landkreis sollte sich hier mehr seiner Pflicht der Mitwirkung bewusst sein - bestes Beispiel ist das Grundstück gegenüber dem Infozentrum in Friedersdorf. Hier können durch Sicherungsmaßnahmen entsprechende Bußgelder in Rechnung gestellt werden, um die Besitzer zum Tun bzw. Umdenken zu bewegen. Wir sind hier mit den verantwortlichen Stellen im fortwährenden („ermüdenden“) Gespräch und verweisen auf deren Pflichten und Mitwirkung. Das hier durch unsere übergeordneten Behörden erheblich mehr Aktivität zum Ansehen der Region an den Tag gelegt werden könnte, steht für mich außer Frage.

Im kommenden Jahr hoffen wir, innerhalb der Rahmenbedingungen durch die Corona-verordnungen das kulturelle Angebot und die Möglichkeit des gemeinsamen Austausches bei Vereins- und Stadtfesten wieder zu verstärken und zu beleben. Dies ist zum einen von der finanziellen Lage unsere Kommune abhängig, zum anderen aber auch von der unbürokratischen Mittelbereitstellung für die lokale Wirtschaft, um ihr den Gestaltungsspielraum für ihr zukünftiges Handeln zu geben. Ich hoffe, dass den Lippenbekenntnissen unserer Bundes- und Landespolitiker die entsprechenden Maßnahmen folgen.

Das Thema COVID-19 wird uns längere Zeit begleiten (die Ausbreitung der Spanischen Grippe ab dem Jahr 1918 geschah ebenfalls in 3 Wellen und im Vergleich zum aktuellen Verlauf kann man diesen fast eins zu eins in die heutige Zeit übertragen). Ich appelliere hier an die Vernunft jedes einzelnen und die AHA + L Regeln (Abstand, Hygiene, Atemschutz plus Lüften - gerade in den Herbst- und Wintermonaten) einzuhalten. Aktueller Stand der Wissenschaft ist, dass das Virus, welches COVID-19 auslöst, vorwiegend durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, wenn eine infizierte Person hustet, niest oder ausatmet. Diese Tröpfchen sind zu schwer, um lange in der Luft zu schweben und sinken schnell auf den Boden oder auf Oberflächen ab. Sie können sich infizieren, wenn Sie sich in unmittelbarer Nähe zu einer Person befinden, die COVOD-19 hat und das Virus einatmen. Sie können sich auch infizieren, wenn Sie eine Oberfläche anfassen, auf der sich das Virus befindet und danach die Augen, die Nase oder den Mund berühren. Mit dem Tragen des Atemschutzes und einer gesunden Hygiene schaffen Sie nicht nur Sicherheit für sich selbst sondern übernehmen Verantwortung gegenüber Ihren Mitmenschen und besonders den Risikogruppen.

Ab dem kommenden Jahr möchte ich auch verstärkt für Ihre Anliegen in Friedersdorf vor Ort zur Verfügung stehen. Durch den verdienten Ruhestand unseres ehemaligen Bürgermeisters Günter Hamisch möchte ich diese Ansprechstelle für Sie schaffen.

Sie erreichen mich ab dem Jahr 2021 jeden ersten Donnerstag des Monats im Infozentrum (ehemaliges Büro Günter Hamisch) in der Zeit von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Ihre Anliegen können Sie natürlich auch zu jedem anderen Tag innerhalb der regulären Öffnungszeiten mit mir persönlich im Rathaus besprechen. Für eine zügige Bearbeitung, würde ich Sie bitten, diese meiner Assistenz Frau Wendler-Brussel im Vorfeld mitzuteilen (03 58 72 / 36 110 oder per E-Mail wendler-brussel@neusalza-spremberg.de). Dies ist kein Muss, verkürzt jedoch die Bearbeitungszeit.

Ich möchte Ihnen nachfolgend eine Übersicht der investierten Gelder für einen Teil der vor genannten Maßnahmen aufzeigen:

Turn- und Festhalle ca. 1.400.000,00 Euro
Sportstätte Turnhalle Friedersdorf ca. 900.000,00 Euro
Dach Turnhalle Friedersdorf ca. 360.000,00 Euro
Grundschule Friedersdorf - Anbau ca. 1.085.000,00 Euro
Grundschule Friedersdorf - Ausstattung ca. 55.300,00 Euro
Dorfstraße Friedersdorf ca. 400.000,00 Euro
Touristische Infra-Struktur ca. 750.000,00 Euro


In der Auflistung finden Sie nur den größten Teil der durchgeführten Maßnahmen, in der Gesamtheit waren es noch viele mehr. Als weitere Beispiele seien die Bereitstellung von Geldern für

- unsere Wehren in Friedersdorf und Neusalza-Spremberg
- die Vereinsförderung und
- den Kauf von neuer Technik im Bauhof

genannt.

Sämtliche Investitionen wurden durch den Stadtrat beschlossen und bilden die Grundlage für die Durchführung der Maßnahmen. Sie erfolgten mit unterschiedlichen Förderhöhen aus Programmen der Bundes- und Landesförderung.

Geplant ist in den kommenden Jahren die Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur. Hier wird sich der Schwerpunkt in Reparaturen und Ausbesserungen darstellen. Die Fördermittel sind fast gänzlich zusammengestrichen worden. Die Kosten für Planung und Umbau bei Instandsetzungen von Straßen sprengen mittlerweile jede Vorstellungskraft (bestes Beispiel ist die Maßnahme an der Grenzstraße in Friedersdorf). Aus diesen gewonnenen Erfahrungen profitieren wir für zukünftige Baumaßnahmen.

Weitere Punkte sind die Ausweisung von Bauflächen für den privaten Hausbau, wie z. B. die Fläche an der Oberen Quiere, die Bereitstellung von Mitteln für Baumaßnahmen innerhalb des Stadtsanierungsgebietes sowie die Umsetzung bereits beschlossener Investitionen (z. B. der Umbau des Naturbeckens in unserem Wald- und Erlebnisbad).

Die Instandsetzung unserer Straßenbeleuchtung kann nur in zeitlichen Abständen erfolgen, bitte melden Sie diese wie bisher mit der Nummer an unser Bauamt.

Zum Abschluss des Jahres möchte ich mich bei allen Bürgern für Ihre Geduld und Ihr Verständnis bei laufenden Bau- und Investitionsmaßnahmen bedanken. Dass diese mit Einschränkungen verbunden sind, ist verständlich. Blicken Sie mit viel Fantasie nach vorn und stellen Sie sich den fertigen Zustand vor. Danken möchte ich für jedes persönliche Engagement zur Verschönerung unseres Stadtbildes, für jeden eingesammelten öffentlichen Müll, die Nutzung der vorhandenen Beutel an unseren Hundetoiletten und viele weitere kleine Hilfen - frei nach dem Motto „nicht nur darüber reden, sondern handeln“.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen positiven Einstieg in das Jahr 2021. Verwirklichen Sie Ihre guten Vorsätze, haben Sie neue Ideen, ärgern Sie sich nicht über Dinge, die gerade nicht änderbar sind, genießen Sie was geht und das in vollen Zügen. Teilen Sie mir Ihre Anregungen, Wünsche und Probleme direkt und sofort mit – und um mit Robert Betz abzuschließen:

„Wenn Sie nicht nach außen gehen können, gehen sie nach innen.“

Seien sie herzlichst gegrüßt

Matthias Lehmann
Bürgermeister

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